Hörtip: Ich bin dann mal da!

Fast jeder kennt den Titel von Hape Kerkelings Buch “Ich bin dann mal weg” über sein Pilgern am Jakobsweg. Einfach mal alles hinter sich lassen – wer wünscht sich das nicht?
Doch nicht jeder kann einfach mal weg. Wie wir in unserer digitalen, schnelllebigen und manchmal reizüberflutenden Welt im Hier und Jetzt sein können, davon erzählt Christina Scheffler sehr humorvoll in ihrem Buch „ICH BIN DANN MAL DA“ aus dem Verlag Gerth Medien. Das ERF-Lesezeichen ermöglich noch 12 Tage ein Reinhören in dieses Buch.
Ich stehe gerade in der Küche und will gleich kochen. Wie so oft rufe ich dafür auf meinem Laptop das ERF Lesezeichen auf. Am liebsten höre ich mir ja neue Romane an. Doch der letzte Roman war gestern zu Ende. Ein Neuer hat noch nicht gestartet und die anderen Alternativen sprechen mich auch nicht an. Etwas missmutig klicke ich auf “ICH BIN DANN MAL DA” mit dem Untertitel: Christina Schöffler über den Alltag in einer digitalen Welt, echte Begegnungen und die Herausforderung im Moment zu leben.
“So was habe ich nicht nötig,” denke ich. “Ich liebe die digitale Welt doch überhaupt nicht. Echte Begegnungen sind mir wichtig und im Moment leben, darum bemühe ich mich auch ständig. Was soll mir das jetzt bringen?”
Doch dann werde ich eines besseren belehrt. Schon die ersten Zeilen, die aus dem Buch vorgelesen werden, fesseln mich. Diese Frau beschreibt mich. Ja, auch ich sitze viel am Computer. Ja, auch ich höre dabei oft auf zu atmen. Wie, es gibt den Begriff E-Mail-Apnoe? Das ist ja interessant. Beim Arbeiten am PC flach zu atmen, erlebe also nicht nur ich. Ach, das ist sogar wissenschaftlich erforscht. Aha. Wow, hat diese Frau ein Wissen.
Ja, auch ich spüre manchmal meine Füße nicht mehr. Ja, auch ich bin nach einer halben Stunde oft super verspannt. Wie, nach 30 Minuten sollte man aufstehen und etwas Hausarbeit machen. Prima. Ich habe oft gedacht, andere können sich länger konzentrieren. Ja, auch ich hänge zwischendrin Wäsche auf. Ja, auch ich habe festgestellt, wenn es beim Schreiben stockt, ist es das Beste, erst mal was anderes zu machen. Ach, das ist ja interessant. Sie bekommt auch die Ideen ganz plötzlich beim Spazieren. Naja, bei mir ist es eher beim Radeln, dass ich urplötzlich interessante Ideen und Einfälle habe.
Uih, das ist ja interessant. Eine Stunde Gartenarbeit hat die gleiche Wirkung wie Antidepressiva. Deshalb geht es mir nach der Gartenarbeit immer so gut. Bis jetzt habe ich es immer mit dem Dopamin in Zusammenhang gebracht. Denn im Garten habe ich Erfolg, da komme ich vorwärts und sehe, was ich geschafft habe. Wenn wir Erfolg haben, erleben wir eine Dopamin-Ausschüttung. Das macht uns glücklich. Bei den täglichen E-Mails, Anrufen, Organisieren, Klären, … habe ich auch was geschafft. Doch ich habe nicht geatmet. Ich habe keinen Wind gespürt, keine Vögel gehört und keine Muskeln angespannt und wieder entspannt. Nach der Körperstarre am PC oder Handy bin ich nur erschöpft und ausgelaugt. Und eigentlich war alles zu schnell und zu viel. Meine Seele kam nicht nach. Ich war nur am Abarbeiten, aber nicht im Präsent-Sein und Genießen.
Also vielleicht habe ich dich ja neugierig gemacht, dir beim Zubereiten des Mittag- oder Abendessens, beim Bügeln oder Autofahren, diesen 30-minütigen Podcast anzuhören.
Ich finde er lohnt sich. Und ich habe gemerkt: Ich lasse mich mehr von der digitalen Welt und meinem Handy stressen, als ich dachte. Doch zum Glück gibt es den Flugmodus, die Gartenbank vor unserem Haus und die zwei kleinen Weiher, um die ich eine Runde drehen kann. Ach und da sind ja auch noch mein Rad, mein Tagebuch, Atem- und Körperübungen,…
Zum Podcast geht es hier
Man kann ihn noch 13 Tage anhören.
Wer lernen möchte, wie er ganz konkret dem STRESS ADE sagen kann, dem empfehle ich:
Es hat noch zwei freie Plätze und du kannst dich gerne noch anmelden.
Antworten kann ich allerdings erst ab 29. September. Denn ich bin mal weg – im Urlaub.

Nicht das Vielwissen sättigt die Seele und befriedigt sie, sondern das Verspüren und Verkosten der Dinge von innen her.
(Ignatius von Loyola)
Was täte dir gut, dass du es von innen her verkostest?
Von Herzen wünsche ich dir und mir, dass wir immer mehr DA SEIN KÖNNEN
Andrea Kreuzer
